Wochenzeitung des Bistums Mainz am 21.11.2004 über die Veröffentlichung des Buches "Das Neue Geistliche Lied":

Ein Buch über das NGL

Rene Frank hofft auf Erneuerung des Neuen Geistlichen Liedes.

Sein Buch liefert einen Beitrag

Mit 14 Jahren war er der Jüngste in einem Kurs zur Ausbildung als Organist und Chorleiter am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Mainz. Für drei Jahre hieß es dann jeden Samstag von elf Uhr morgens bis sechs Uhr abends Aspekte der Kirchenmusik zu büffeln. „Meine Freunde fragten mich oft, ob ich mit ins Schwimmbad gehe, aber das ging damals eben nicht." Der 29-jährige Rene Frank aus Heusenstamm ist dabei kein theoretischer oder vergeistigter Kirchenmusiker geworden. Im Gegenteil. Der kreative Frank legt Wert darauf, dass sich Kirchenmusik stärker an den weltlichen Entwicklungen orientieren sollte. Dabei will er nicht Provokateur sein, vielmehr einen fachlich fundierten Beitrag leisten.

Dynamik hat wieder nachgelassen

Als Organist in verschiedenen Gemeinden und Leiter mehrerer Jugendchöre begeisterte er sich früh für die Entwicklungen und Klänge des Neuen Geistlichen Lieds (NGL). In den 60er Jahren entstanden, begannen viele Bands neue Kirchenlieder zu komponieren. Beeinflusst durch die Popularmusik, deren eingängige Rhythmen und Melodielinien, sollte auch die Musik der liturgischen Feier peppiger und zeitgemäßer werden. „Leider hat diese Dynamik in den 90er Jahren bereits wieder abgenommen. Vielleicht fehlt uns im Bistum Mainz eine Plattform, die neue Ideen liefert", regt Frank an. Er selbst hat immer mal wieder Kontakt zu dem in den 70er Jahren gegründeten Arbeitskreis für das Neue Geistliche Lied im Bistum Limburg aufgenommen. „In Mainz entsteht das nur sehr langsam, meist regional. Zum Teil durch Thomas Gabriel in Seligenstadt, allerdings ist das Niveau seiner Musik ziemlich hoch, sodass es auf der Gemeindeebene schwerer umsetzbar ist."

Rene Frank weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er gerade selbst sein Studium der Musikwissenschaft beendet. Als Lehrer für Musik und Erdkunde wird er ab Februar  2005 an einer Gesamtschule anfangen und natürlich wird er auch dort wieder Schulchöre leiten.

Seit 1993 experimentiert er selbst mit seinen Chören, komponierte zusammen mit seiner Sacro-Pop Band „Insignia" eigene Lieder und veröffentlichte diese auf Musik-CD. „Als Sänger und Keyboardspieler war ich immer auf der Suche nach neuen Liedern. Dabei habe ich auch probiert, das Neue Geistliche Lied auf der Orgel zu spielen, manchmal nur von einem Schlagzeug begleitet. Und es hat geklappt."

Gesungenes Gebet und eingängige Melodie

Nachdem er selbst jahrelang diese kirchliche Musik praktizierte, entschloss er sich, das Neue Geistliche Lied auch theoretisch aufzuarbeiten. Daraus entstanden ist ein umfassendes Buch, das im Tectum Verlag in der Reihe „diplomica" erschienen ist.
„Meiner Meinung nach sollte das NGL drei Kriterien erfüllen. Es sollte als aktiv gesungenes Gebet eine eingängige und leichte Melodielinie besitzen. Dazu kommt ein inhaltlich tiefgehender, zum Nachdenken anregender Hintergrund. Aber es muss nicht zwangsläufig in jedem Text das Wort Gott fallen; es muss nicht in jedem Lied Jesus umjubelt werden. Die Menschen müssen auch sich und ihre Alltagsprobleme in den Texten wiederfinden. Weiterhin sollte es leicht durch eine Gitarre, Band oder Orgel spielbar sein." Genau das zu unterrichten und zu verbreiten versucht Frank demnächst auch in der Evangelischen Kirchengemeinde „Emmaus" in Jügesheim. Dort ist er bald stundenweise als Popular- kirchenmusiker eingestellt, um mit Bands und einem Gospelchor die Gottesdienste musikalisch zu gestalten. „Ich hoffe in Zukunft auch Arbeitsgruppen anbieten zu können und vielleicht ein Zentrum für das Neue Geistliche Lied zu schaffen." Außerdem arbeitet er bereits an einem neuen Buch, das wohl im Frühjahr 2005 im Tectum Verlag erscheinen wird. Es soll Praxisbeispiele und Methoden aufzeigen, mit denen Jugendchöre schneller und effektiver die Schwelle zu mehrstimmigen Liedern überwinden. „Oft ist das Repertoire junger Chöre dadurch begrenzt, dass die Jugendlichen Probleme haben, mehrstimmig den jeweiligen Ton zu halten. Meine Experimente und Erfahrungen sollen da Abhilfe schaffen."

Klanglinie der Beatles und von Bob Dylan

Rene Frank hat einen klaren Zukunftswunsch: Etwas mehr Dynamik im Bereich der Kirchenmusik: „Im Sommerlager der Gemeinden werden heute meist Lieder von den Beatles, Bob Dylan, Musik von Elton John oder Phil Collins gesungen. Während des Gottesdienstes brauchen wir einfach auch Lieder, die dieser Klanglinie entsprechen, sonst gehen wir am Zeitgeschehen vorbei und verpassen gerade die Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 25 Jahren. Glaube und Musik sind beide unfassbar, aber beide können die besten Seiten im Menschen zum Vorschein bringen." Oder wie der französische Dichter Victor Hugo sagte: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist." Wie wichtig ist demnach eine gute, beliebte und vor allem gerne gesungene Musik in der Kirche?                                                                                                                                                             Andreas Sattler

René Frank (29) erhofft sich einen neuen Schub für das Neue Geistliche Lied.

Informationen zu Texten und Projekten von Rene Frank gibt es unter www.rene-frank.com

 

 

 

 

 

 

 

Tageszeitung "Offenbach Post" am 24.12.2003 über die Veröffentlichung des Buches "Das Neue Geistliche Lied":

Ein Buch wider das Schäfchenimage

 „Das Neue Geistliche Lied" und was daran in den Augen des Autors René Frank erneuerungswürdig ist.


 Heusenstamm
(mcr) Er ist zweifellos einer der kreativsten unter allen kreativen Köpfen Heusenstamms. René Frank hat Chöre geleitet und eine Band gegründet, er hat komponiert, als Sänger zwei Solo-Alben unter dem Künstlernamen Rene Finn herausgebracht. Und jetzt hat er ein Buch veröffentlicht, selbstverständlich zum Thema Musik.
„Das Neue Geistliche Lied“ ist
als Band 9 in der diplomica-Reihe des Tectum-Verlages (ISBN 3-8288-8573-X) erschienen und somit weltweit im Buchhandel zu haben. Dass sich das 160-Seiten-Werk - im vergangenen Jahr ursprünglich als Diplom-Arbeit für das Erste Staatsexamen entstanden und vor der Marktreife auf den aktuellsten Stand gebracht - auch wirklich weltweit verkauft, das ist für den 29-Jährigen weniger wichtig. Wichtig ist, sagt er, dass es nicht alleine einem Fachpublikum als Impulsgeber dienen kann. „Es beschäftigt sich eben nicht nur mit Kirchenmusik, sondern auch mit der Entwicklung der Popularmusik." Für Rene Frank zwei untrennbare Werdegänge. Denn das Am-Ball-Bleiben, das sich Pop-Musik für sich in Anspruch nimmt, könne dem Geistlichen Lied nur gut tun.

Da fragt er in seinem Buch also schon mal, was denn am neuen Geistlichen Lied überhaupt neu sei. „Die neuen Lieder stammen ja eigentlich aus den 60-er bis 80-er Jahren.“ Im Sinn hat der Autor („Es wird so viel komponiert, und vieles davon wirklich grottenschlecht") keine Provokation, wohl aber den ehrlichen, vor allem fachlich fundierten Versuch, der „eingefahrenen Szene" einen Schubs in die richtige Richtung zu verpassen. Und vielleicht ja sogar ein oder zwei Schritte weg vom schäfchensanften, gerne belächelten Image des musizierenden Christenvolkes. Tradition ja, Staub nein. Wie also kann man die Lieder spielen? („Jeder Stil ist machbar.") Welches Instrument, welche Umsetzung unterstreicht die Botschaft, ohne sie dem Sound zu opfern? So grau alle Theorie sein mag - hier wird sie mit handfesten Ideen verkuppelt, wie Kirche „auch Leute an­sprechen kann, die nicht unbedingt einen alten gregorianischen Choral hören wollen. Es muss nicht in jedem Lied Gott vor­kommen, es muss nicht in jedem Lied Jesus bejubelt werden."

Mit diesem Spagat zwischen Inhalten und dem Lockruf an den bitter nötigen Nachwuchs stieß 1993 Franks Sacro-Pop­-Band Insigna“ auf Neuland - sehr erfolgreich, weit über Heu­senstamm hinaus. Aktuell muss die Band auf unbestimmte Zeit Pause machen, ihre Mitglieder sind mit ihren Berufen zu sehr beschäftigt. Und auch bei anderen Projekten - der Schulchor der Jügesheimer Georg-Büchner­Schule, die Heusenstammer „ARG-Singers" oder die Organis­ten-Posten bei mehreren Gemeinden im Umkreis - muss Rene Frank „kürzer treten." Denn er wird Lehrer, befindet sich im Referendariat - auch das ist ein Job, der neben Widerstandskraft Kreativität verlangt.

 

 

Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" am 31.01.2004 über die Veröffentlichung des Buches "Das Neue Geistliche Lied" :

Sacro-Pop kommt auch bei älteren Kirchgängern an

René Frank gibt in seinem Buch "Das Neue Geistliche Lied" einen Überblick über die kirchliche Musikszene

Der Musiker René Frank setzt seit mehr als zehn Jahren neue Akzente in der Kirchenmusik. Nun hat er ein Buch zum Thema geschrieben.

VON MAURICE FARROUH

Heusenstamm · 30. Januar · "Im Radio läuft pro Stunde höchstens ein Oldie", sagt René Frank. "In den meisten Gottesdiensten dagegen eine Stunde lang nur Oldies." Das will der 29-jährige aus Heusenstamm ändern. "Neues Geistliches Lied" (NGL) heißt der Slogan, unter dem die Popmusik nach und nach Einzug in die Gottesdienste halten soll.

Die NGL-Bewegung ist nicht neu. Seit den frühen 60er Jahren versuchen junge Musiker mit christlichem Hintergrund, die althergebrachten Strukturen der Kirchenmusik für Neues zu öffnen, was besonders in der katholischen Kirche erst einmal für Zündstoff sorgte. "Es gab Leute, gläubige Christen, die meinten, man solle uns alle töten", erinnert sich Frank.

Seit mehr als 15 Jahren macht er Kirchenmusik - anfangs in einem katholischen Kinderchor, später als Organist, Komponist, Sänger. "Ich bin da so reingeschlittert", schmunzelt er. Bereits mit 14 begann er seine Ausbildung zum Chorleiter und Organisten am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Mainz. Eigentlich noch unter dem Mindestalter, wurde er dort auf Empfehlung seiner Chorleiterin aufgenommen. Der Frau war das Talent des Jungen aufgefallen, der damals schon eigene Lieder komponierte. Mit 19 gründete Frank dann mit ein paar Freunden aus Heusenstamm seine eigene Band Insigna.

Die Gruppe blieb zehn Jahre zusammen und veröffentlichte mehrere CDs. Im Oktober letzten Jahres trennte sich die Band, "aus Zeitgründen", sagt Frank. Kurz darauf erschien sein Buch mit dem Titel Das Neue Geistliche Lied. Das war gleichzeitig seine Diplomarbeit - Frank studierte Musik und Erdkunde für das Lehramt an der Goethe-Universität in Frankfurt. So war die Veröffentlichung auch nicht von vorneherein geplant. Fast ein Jahr nachdem die Arbeit fertig war, habe der Marburger Wissenschafts-Verlag Tectum bei ihm angefragt, ob er schon einmal über eine Veröffentlichung nachgedacht habe.

Das Buch bietet einen Überblick über die kirchliche Musikszene, schlüsselt die neue Kirchenmusik auf in ihre verschiedenen Spielarten. "Zu den meisten Genres der normalen Popmusik gibt es die passenden Entsprechungen im NGL", erklärt Frank. Da ist von "White Metal" die Rede und "Sacro-Rap" - und so etwas in einem Gottesdienst? "Natürlich bieten sich manche Sachen eher für einen Gottesdienst an, als andere", differenziert er. "Im Gottesdienst soll ja die Gemeinde die Lieder zusammen singen, das ist bei Metal und Rap eher schwierig." Aber auch Gospel und Soul gehören ins Repertoire des Neuen Geistlichen Lieds, und diese Richtung hat laut Frank einiges an Potential: "Man sehe sich nur den Erfolg von Xavier Naidoo an!" Als vorbildlich sieht René Frank auch, dass der Mannheimer Soul-Star auf deutsch singt. "Das verstehen dann auch die älteren Gemeindemitglieder."

Die musikalische Kluft zwischen jungen und alten Menschen werde ohnehin immer weiter schrumpfen. "Die heute 60-Jährigen sind auch schon mit der Musik von den Beatles aufgewachsen", sagt er. Die alten Diskussionen hätten an Schärfe verloren und die neue Musik werde mittlerweile auch von den älteren in der Kirche angenommen: "Kardinal Lehmann zum Beispiel interessiert sich sehr für die NGL-Szene."

So sehr sich René Frank auch für die Kirchenmusik begeistert, sein ganzes Leben möchte er ihr nicht widmen. Seit 2001 ist er Referendar an einer Gesamtschule im Rodgau und möchte nach seinem 2. Staatsexamen die religiöse Musik nur noch als Hobby betreiben. "Bei meiner Art von Musik ist es gut, wenn man finanziell unabhängig ist."

Das neue geistliche Buch:

ISBN 3-8288-8573-X

René Frank, Jahrgang 1974, wuchs in Heusenstamm auf, wo er heute noch wohnt. Mit 14 Jahren Ausbildung am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Mainz. Nach dem Abitur Lehre bei der Sparkasse Langen, anschließend Lehramtstudium in Musik und Erdkunde in Frankfurt. Referendar an der Georg-Büchner-Schule (Rodgau). Leiter von mehreren Kinder- und Jugendchören in Heusenstamm und Dietzenbach, Organist der Kirche Maria-Himmelskron in Heusenstamm. Sein aktuelles Buch, "Das Neue Geistliche Lied" (Tectum) liegt in der Buchhandlung Das Buch in Heusenstamm aus. Sein nächstes Buch heißt "Kinder- und Jugendgottesdienste" und wird im Frühjahr erscheinen.

Wochenzeitung "Heusenstammer Stadtpost" am 28.01.2004 über die Veröffentlichung des Buches "Das Neue Geistliche Lied" :

Geistliche Inhalte zeitgemäß vermitteln

René Frank befasst sich in seinem Buch intensiv mit dem Neuen Geistlichen Lied

 Heusenstamm (mcj) - Schon lange hat sich Rene Frank mit Kirchenmusik beschäftigt - vornehmlich von der praktischen Seite. Der Heusenstammer ist seit Jahren Organist in zahlreichen Kirchen des Landkreises, darunter auch die Kirchen der Schlossstadt. Außerdem war Frank Gründer und Frontmann der Band „Insigna", die sich bis zu ihrer Auflösung im vergangenen Herbst zehn Jahre lang dem so genannten Sacro-Pop verschrieben hat und nicht nur im Gottesdienst auf ein interessiertes Publikum stieß, sondern auch bei „öffentlichen" Auftritten, unter anderem zweimal beim Kul­tursommer der Stadt Heusenstamm.

Nicht zuletzt durch „Insigna" hat sich René Frank intensiv mit modernen Formen der Kirchenmusik auseinander gesetzt. Im Rah­men seiner Examensarbeit an der Universität Frankfurt hat der 29-Jährige der Praxis auch die Theorie folgen lassen: Für den Ab­schluss seines Lehramtsstudiums mit den Fächern Mu­sik und Erdkunde hat er sich vier Monate lang intensiv mit dem „Neuen Geistlichen Lied“, kurz NGL, auseinander gesetzt.

Es ist mehr ein Sammelbegriff als eine konkrete Musikrichtung, gehört zum NGL doch die gesamte moderne Kirchenmusik, die einen Gegenpol bildet zum traditionellen Kirchenlied, das in der Regel aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammt. Unter dem Neuen Geistlichen Lied finden sich moderne Musikstile wie Pop und Rock, Jazz und Blues, aber auch Gospel und Spiritual, die Kirchenlieder der afroamerikanischen Kirche, die auch in Deutschland noch am ehesten als moderne Kirchenmusik akzeptiert sind.

Denn das NGL sieht nicht bei allen auf uneingeschränkte Begeisterung. Auch Rene Frank hat mit „Insigna“ am Anfang viel Widerstand erfahren gegen den Versuch, die Kirchenmusik zeitgemäßer zu gestalten. Dafür zu Beginn der Neunzigerjahre reichlich Kritik, doch inzwischen „ist eine Welle ins Rollen gekommen, die jetzt nicht mehr aufzuhalten ist", so Frank. Nachdem das NGL in der evangelischen Kirche früh akzeptiert wurde, ziehe die katholische Kirche inzwischen gleich, so sein Urteil.­

Dabei will Frank keine Revolution der Kirchenmusik, sondern eine schleichende Modernisierung". Das Neue Geistliche Lied solle beitragen zu einer sanften Erweiterung des musikalischen Schatzes der Kirche und die traditionellen Kirchenlieder ergänzen, nicht sie ersetzen. „Die Kirche braucht einfach neue Impulse", sagt Frank im Brustton der Überzeugung. So hofft er, auch Jugendlichen einen Anreiz zu geben, damit sie sich nicht komplett von der Kirche abwenden: Das NGL solle durch die zeitgenössische Präsentation vermitteln, dass Glauben und Kirche etwas mit dem heutigen Leben zu tun haben, anstatt vergangenen Jahrhunderten verhaftet zu bleiben.

 Dieser Anspruch stellt einige Anforderungen an die Form des Neuen Geistlichen Liedes. Es ist als Gemeindegesang konzipiert, damit die Besucher des Gottesdienstes im Mitsingen teilhaben können. Das schließt manche Stilrichtung aus, etwa Rap oder HipHop, die mit ihrem schnellen Sprechgesang nicht gerade zum Mitsingen einladen. Wichtig sind daher auch deutsche Texte, damit die Gottesdienstbesucher sie auch verstehen, schließlich soll auch das NGL geistliche Botschaften im modernen Gewand transportieren.

 Als Komponist kann sich Rene Frank dafür viel aus der amerikanischen und englischen Popmusik abschauen, die oftmals auch außerhalb der Kirche spirituelle Inhalte vermittelt All das hat Frank in sei­ner Examensarbeit thematisiert, die unter dem Titel „Das Neue Geistliche Lied" in der Wissenschaftsreihe „diplomica" des Marburger Tectum-Verlags erschienen ist. Ursprünglich war der Heusenstammer selbst erfolglos auf der Suche nach einer Veröffentlichungsmög­lichkeit, denn die Literatur zur modernen Kirchenmusik ist bisher dünn gesät. Nachdem er die Arbeit zumindest im Internet bereitgestellt hatte, kam der Verlag selbst auf ihn zu.

„Das Neue Geistliche Lied" setzt sich auf rund 150 Seiten umfassend mit der Entwicklung dieser modernen Form der Kirchenmusik auseinander, die in Deutschland in den Sechzigerjahren begonnen hat: "Das Lied "Danke" ist der Grundstein des Neuen Geistlichen Liedes", so Rene Frank. Angefangen bei den populärmusikalischen Ursprüngen des NGL zeichnet Frank in sei­nem Buch die Entwicklung nach und geht, mit konkre­ten Beispielen, auch auf die einzelnen musikalischen Formen des Neuen Geistlichen Liedes ein, vom Kinderlied über den Taize-Gesang bis zum Sacro-Pop. Auch eine Untersuchung der Reaktionen in Gesellschaft und Kirche sowie der Akzeptanz bei der Zielgruppe „Jugend" fehlt nicht, so dass das Buch sowohl für Leser mit musikalischem als auch mit eher sozialem Interesse geeignet ist.

Nähere Informationen zu Buch und Autor, der neben seiner Arbeit als Referendar in Rodgau Leiter des Mittel­und Oberstufenchores am Adolf-Reichwein-Gvmnasium ist und derzeit neue kirchenmusikalische Projekte plant (er nimmt unter anderem an der Ausschreibung für ein Lied zum Weltjugendtag 2005 in Deutschland teil), finden sich auf seiner Internet-Homepage www.rene-finn.de. Wer sich für das Buch „Das Neue Geistliche Lied" interessiert, kann in der Buchhandlung „Das Buch" in der Frankfurter Straße 30 auch gerne einen Blick in ein Ansichtsexemplar werfen.

  

Der Heusenstammer Kirchenmusiker Rene Frank, der bei Trauungen auch einmal in St. Cäcilia (im Hintergrund) spielt, hat sich in seinem Buch „Das Neue Geistliche Lied" inten­siv mit der modernen Form der Kirchenmusik auseinander gesetzt.                                                                                                                                Foto/Text: Marcus Janz

Zeitschrift "Musica Sacra" in der Ausgabe 3/2005 (Mai/Juni, S.47) über das Buch "Das Neue Geistliche Lied" :

René Frank: Das Neue Geistliche Lied. Neue Impulse für die Kirchenmusik (Diplomica 9)

Marburg 2003. Tectum Verlag, ISBN 3-8288-8573-X, 159 S., € 29,90

 

Das Neue Geistliche Lied hatte es in sei­nen Anfängen nicht leicht: Der Schlager „Danke" wurde als „Kitsch, lauer Ab­schaum moderner Reklamemethoden, primitiv, Gotteslästerung, Poesie für Gartenzwerge" und - höchst beachtens­wert - als „Einbruch unterschwelliger Sexualität in die Kirche" gebrandmarkt.

Abgesehen davon, dass solche Verdik­te mehr über ihre Sprecher als über die verurteilten Lieder aussagen, haben sich schon lange die Wogen geglättet. Fast hat sich das Blatt gewendet: Mittlerwei­le wird gefragt, was denn am „Neuen" geistlichen Lied noch neu sei und ob es nicht einer schleichenden Nostalgisie­rung unterliege. Schließlich sängen es mittlerweile am begeisterten die Gruppe der Dreißig- bis Fünfzigjährigen ...

Diesen Weg geht Rene Frank in seiner Studie (im Vorwort als „Hausarbeit" bezeichnet) nach. Ausgehend von seiner eigenen praktischen Erfah­rung als Sänger in einer Band zeichnet er die Entwicklungsgeschichte der Po­pularmusik im 20. Jahrhundert und des „Neuen Geistlichen Liedes" nach. In einem letzten Kapitel wird auch über die Zukunft dieser Gattung nachge­dacht. Frank konstatiert eine gewisse „Sättigung" und fordert für die Zukunft „Mehr Qualität als Quantität". Das letzte Diktum zeigt die Schwierigkeit dieser Arbeit auf: Sie stellt ohne Frage eine gute, vielleicht sogar überdurch­schnittlich gelungene und engagierte wissenschaftliche „Hausarbeit" dar, lässt aber des öfteren eine vertiefte Re­flexion vermissen. Auch stilistisch und terminologisch ist die Arbeit von Frank in jeder Hinsicht eine „Hausarbeit". Das soll aber nicht als unbillige Kritik am Autor und seiner Leistung verstanden werden.

mf


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